Frauenhaus Speyer
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Alle Mädchen und Jungen, die mit ihren Müttern ins Frauenhaus kommen, sind selbst betroffen von der familiären Gewaltsituation. Entweder wurden sie dabei direkt Opfer der Gewalt oder mussten miterleben, wie ihre Mutter gedemütigt, beschimpft und geschlagen wurde. Auch das Miterleben der Gewalt und das Aufwachsen in solch einer angespannten, angstgeladenen und bedrohlichen Atmosphäre hat gravierende Folgen auf die Entwicklung dieser Kinder. Viele Auffälligkeiten und Störungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Erlebten. Das Frauenhaus ist ein Ort, wo Kinder mit ihrer Lebenssituation, ihren Ambivalenzen und mit ihrem Bedürfnis nach Unterstützung ganzheitlich gesehen werden.

Unser Konzept sieht gezielte, individuell zugeschnittene Hilfsangebote für Kinder vor. Ebenso wie jeder Frau steht auch jedem Kind eine Mitarbeiterin als Bezugsperson zur Verfügung. Wir bieten Einzelgespräche, Freizeitaktivitäten, Kinderhausversammlungen, Müttergespräche, alters- und geschlechtsspezifische Gruppenangebote etc. an.

Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit, über die erlebte Gewalt zu sprechen und ihren Gefühlen und Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen.

Unsere Arbeit mit den Kindern hat auch einen wichtigen präventiven Charakter. Um eine Übernahme der bisher kennen gelernten negativen (gewaltförmigen, aggressiven, abwertenden) familiären Verhaltensweisen zu verhindern, sollen positive alternative Konfliktlösungsstrategien aufgezeigt und vorgelebt werden.

Falls nötig nehmen wir in Absprache mit der Mutter Kontakt zu Schulen/Kindergärten, dem Jugendamt, Ärzten/Ärztinnen u.ä. auf und/ oder vermitteln therapeutische Angebote.

 
   

ALTIAIA-WebPublishing
Ursula Minkenberg-Adam

last update: August 2008